Halliday
 
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13-08-2003
Ein erfrischend junges Physikbuch
Die in Fachkreisen schon bekannte amerikanische Ausgabe des "Halliday-Resnik" ist jetzt als deutsche Übersetzung erschienen.

Um die Wertung voranzustellen, es ist ein erfrischend junges Physikbuch, das beim Aufschlagen Lust zum Weiterblättern und Schmökern macht. Diese Erfahrung dürfte nicht nur auf den Dozenten zutreffen, der die Rezension schreibt, sondern noch mehr auf physikinteressierte Studierende. Das Buch erscheint daher nicht nur für Physikstudierende im engeren Sinn geeignet sondern auch für "Nebenfächler".

Erreicht wird das durch geschickte Aufhänger zu Beginn jedes Kapitels, durch Kontrollfragen im Text, sehr zahlreiche Aufgaben am Kapitelende und besonders durch eine klare, reich bebilderte Darstellung des Stoffes. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang z. B. dass der Carnot-Wirkungsgrad h nicht nur wie früher im pV Diagramm sondern auch im TS Diagramm diskutiert wird, in dem sich h viel eleganter herleiten lässt. Einige mehr mathematische Aspekte des Stoffes werden in separaten Matheboxen behandelt.

Der Aufbau des Stoffes folgt der klassischen Aufteilung, geht also von der Mechanik über die Thermodynamik und Elektrizitätslehre zur Optik und modernen Physik. Er gleicht darin, im Umfang und z. T. auch in der sonstigen Aufmachung dem "Tipler", der aber von seiner ersten amerikanischen Auflage her jüngeren Datums ist.

Manchmal fallen beim Durchblättern noch Aspekte auf, bei denen weiterführende Dsikussionen wünschenswert wären. So werden bei erzwungenen Schwingungen weder der anwendungstechnisch wichtige aperiodische Grenzfall noch der Kriechfall behandelt, die Maxwellgleichungen werden nur für Vakuum angegeben oder bei der Kontrollfrage 2 in Kapitel 26 wird nicht spezifiziert, ob die Batterie bei Veränderung der Kondensatoren noch an- oder schon abgeklemmt ist. Derartige kleine Kinderkrankheiten verlieren sich üblicherweise mit steigender Auflagenzahl, die diesem Physikbuch zu wünschen ist, da es den Markt an vergleichbaren deutschsprachigen Physikbüchern über den Gerthsen, den Demtröder und den oben genannten Tipler hinaus angenehm erweitert.

Prof. Dr. Klingshirn
Universität Karlsruhe
Institut für Angewandte Physik (AP)
Wolfgang-Gaede-Strasse 1
Physikhochhaus: 5.-8.OG
D-76131 Karlsruhe