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Chemie_und_Lifesciences

Studi-Ticker Welcher Lerntyp bist du? Streber Chillkröte Last-Minute-Lerner Chemie und Life Sciences Zum Semesterstart Editorial Studieren – Was und wie? Studienfach Als ich mit meinem Studium (vor vielen Jahren) begann, entschied ich mich für das Studienfach, das mich am meisten interessierte: Biologie mit Schwerpunkt Botanik. Zwar hatte ich Biologie in der Kursstufe abgewählt, aber über die Arbeit im Naturschutz kam ich wieder auf den Geschmack. Schon damals war mir klar, dass es als Biologe nicht leicht sein würde, mit dieser Studienrichtung eine Stelle zu fi nden und „reich zu werden“. Dennoch half mir die Begeisterung für das Fach, das damalige Grundstudium durchzustehen. Durchstehen deshalb, weil zu meiner großen Enttäuschung die eigentliche Biologie in den ersten Semestern im Gegensatz zu den Nebenfächern Chemie, Physik und Mathematik eine untergeordnete Rolle spielte. Egal, die wenigen Stunden „echte Biologie“ bauten mich immer wieder auf. Rückblickend war das Grundstudium mit den verwandten Naturwissenschaften zwar eine Durststrecke, aber eben auch eine gute Grundlage für das spätere Verstehen vieler biologischer Zusammenhänge. Obwohl wir in der Vorlesungszeit quasi eine gefühlte 40-Stunden-Woche hatten, fand ich Lücken, um mich mit einem Freund in eine Vorlesung in Kunstgeschichte zu setzen. Versuchen Sie auch, sich solche kleine Fluchten zu erkämpfen – das erfrischt den Geist und lässt Sie sich im Unigetümmel frei fühlen. Auslandssemester Diese musste man damals selber organisieren, und mit Hilfe meines Diplomvaters konnte ich im Hauptstudium ein Semester an der ETH Zürich studieren (ein Botanik- Mekka), wobei mir fast alle Lehrveranstaltungen dort auch an meiner Heimatuniversität angerechnet wurden. Die Monate waren sehr lehrreich: fachlich und menschlich. Es war gut für das eigene Selbstverständnis, mit anderen Ideen, Methoden und Studien- und Lebensweisen konfrontiert zu werden. Falls sich für Sie die Möglichkeit ergibt: nutzen Sie die Chance, für eine Zeit das Land zu wechseln (aber zumindest die Uni). Prüfungen Meine besten Erfahrungen und Prüfungsergebnisse hatte ich mit dem Wechselspiel aus „Selberlernen“ und unseren diversen Lerngruppen. Selberlernen war das immer weiter kondensierende Zusammenfassen aus Mitschrieb, Lehrbüchern, Skripten und Klausurfragensammlungen. In den Lerngruppen haben wir uns dann gegenseitig unser Wissen erzählt oder abgefragt. Fiese, aber gute Fragen deckten meist erbarmungslos Lücken und Halbwissen auf. Das brachte alle voran, und wir belohnten uns danach mit Kuchen oder abends dem Biergarten. Abschlussarbeit Während der Abschlussarbeit war meine größte Herausforderung der Spagat zwischen Qualität der Arbeit und vorgegebenem Zeitrahmen. Ich war zu genau und brauchte zu viel Zeit. Mein Tipp: sprechen Sie so früh und so oft wie möglich mit Ihrem Betreuer über dessen Erwartungen in Bezug auf den wissenschaftlichen „Tiefgang“ und den Umfang Ihrer Arbeit, zeigen Sie ihm oder ihr vorab Textteile. So ersparen Sie sich (vielleicht) nervenaufreibende, durchgearbeitete Nächte vor dem Abgabetermin. Wie weiter? Nach dem Diplom hatte ich noch nicht genug vom akademischen Leben und habe eine Promotion an einer anderen Universität (einem weiteren Botanik-Mekka) „drangehängt“. Ohne diese wäre meine berufl iche Laufbahn anders verlaufen. Wie auch immer Sie sich entscheiden: stehen Sie zu ihrem Lieblingsfach. Aber bleiben Sie auch Generalist, d.h. versuchen Sie weiter so viel wie möglich auch anderes zu lernen und zu können (Sport, Ehrenamt etc.). Denn oftmals ergeben sich aus Ihren „Nebenfähigkeiten“ Anknüpfungspunkte für neue, ungeahnte Karrierewege. Inzwischen arbeite ich im Buchlektorat von Wiley- VCH und „mache“ dort u.a. Biologielehrbücher. Mit Botanik habe ich immer noch viel zu tun, dann aber in meiner Freizeit in meinem Garten – in dem Versuchspfl anzen aus meiner Studienzeit überlebt haben. Ich wünsche Ihnen viel Freude, Geduld und Erfolg in Ihrem Studium. Andreas Sendtko DIE ZEIT(UNG) DER ERSTSEMESTER Aller Anfang ist schwer, doch mit Fachexpertise, Rat und Tat stehen wir dir zur Seite. LERNTYPEN Jeder ist auf seine Art einzigartig, aber manchmal macht es Spaß, in eine Schublade gesteckt zu werden. CHECK-OUT HOTEL MAMA Ausziehen will gelernt sein. WG oder eigene Bude – wir geben dir Tipps, damit du nicht im totalen Chaos versinkst. 1 Sparfuchs Geist Hyperventilator Editorial Seite 1 Finde heraus welcher Lerntyp du bist! Seite 2 Must-Haves, Sparfuchs, Last-Minute-Lerner und Co. Seiten 3 bis 8 Goodbye Hotel Mama Seite 4 Check-out Hotel Mama Seite 5 Chemie in unserer Zeit Biologie in unserer Zeit Seite 6 Geld regiert die Welt Impressum Seite 8


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