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Technische_Chemie 2015

CHEManager 24. Jahrgang · 24. September – 14. Oktober 2015 D I E Z E I T U N G F Ü R D I E M Ä R K T E D E R C H E M I E U N D L I F E S C I E N C E S 18/2015 www.CHEManager-online.com ▶ Fortsetzung auf Seite 7 Prof. Horst Domdey, Geschäftsführer, BioM Biotech Cluster Development + + + Alle Inhalte plus tagesaktuelle Marktinformationen auf www.chemanager.com + + + Aktuelle Nachrichten, meinungsbildende Interviews und fundierte Markt- und Fachberichte geben CHEManager-Lesern den entscheidenden Informationsvorsprung! 11 Eröffnen Sie sich neue Blickwinkel. Mit dem richtigen Generalplaner bringen Sie Ihr Projekt ans Ziel. TRIPLAN AG · Tel.: 06196 6092-0 · info@triplan.com Newsflow Seit 1992 liefert CHEManager Führungskräften wichtige Brancheninformationen, um strategische Geschäfts- und Investitionsentscheidungen zu unterstützen. 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Da denke ich an die berühmten vier M‘s. Die erste Unternehmensgründung war 1989 die Firma Mikrogen, die im diagnostischen Bereich tätig ist. Dann ist da Morphosys, das Flaggschiff der Region München. Außerdem die Firma Micromet, die 2012 von Amgen gekauft worden ist. Und schließlich Medigene, die sich vor etwa eineinhalb Jahren neu erfunden hat, indem sie auf das heiße Gebiet der Immunonkologie umgestiegen ist. Alle diese Unternehmen sind früh entstanden und befinden sich heute in einem recht guten Zustand. Wie steht es um die nachfolgende Generation von Biotechfirmen? Prof. H. Domdey: Es gab eine Zwischenphase, in der viele innovative Ideen aufgegriffen worden sind und wo es sehr viele Spin-offs aus den Universitäten gab. Die sind allerdings in den meisten Fällen an den ausbleibenden Finanzierungen gescheitert. Auch wir als BioM haben in der Region München über 40 Unternehmen in der Gründungsphase finanziert. Einige davon waren erfolgreich wie eine U3 Pharma oder auch eine Corimmun. Aber das war kein Trend. Da konnte keine starke zweite Generation der Therapeutikaentwickler mehr heranwachsen, weil ab dem Jahr 2001 die Finanzierungsproblematik immer größer wurde und sich Venture Capital zu einem Fremdwort entwickelte. Die notwendigen Finanzierungen kamen nicht mehr herein. Wie wirkte sich das konkret aus? Prof. H. Domdey: Einige Firmen wurden in der Zeit gegründet, als das Thema Biotech stark vorangetrieben worden ist und die ersten Börsengänge kamen, beispielsweise der von MWG Biotech, GPC Biotech und Medigene. Wir merkten allerdings, dass sich auch der Kapitalmarkt entsprechend weiterentwickeln musste, wenn das Ganze erfolgreich sein sollte. Allein im Jahr 2000 waren in Martinsried Finanzierungen in der Höhe von einer halben Milliarde Euro nötig. Diese finanzielle Unterstützung ist dann ziemlich plötzlich eingebrochen. Zusätzlich haben wir einige Bruchlandungen gehabt wie die von GPC Biotech. Und davon hat sich die Biotechszene nie wirklich erholt? Prof. H. Domdey: So ist es. Es gab zwar einige Ausnahmen wie Corimmun. Oder die Firma Suppremol, die im März 2015 für 200 Mio. EUR von Baxter gekauft wurde. Aber das war nicht die breite Welle. Die Gründer sind ja nicht dumm. Als sie gesehen haben, dass es extrem schwierig geworden war, an Kapital heranzukommen, haben sie die Unternehmensgründung eben nicht mehr so vorangetrieben wie das noch in den 1990er Jahren der Fall gewesen war. Chemiekonjunktur Brasiliens Wirtschaft in der Krise, unvorteilhafte Aussichten für die Chemieindustrie Seite 4 Pharma Arzneimittel- und Wirkstoffhersteller stehen vor vielfältigen Herausforderungen Seiten 8 –10 Werkstoffe Faszinierende Anwendungen von Kunststoffen und Flüssigkristallen in der Architektur Seiten 11–12 © AGPhotography – Fotolia.com © psdesign1 – Fotolia.com Innovationen VCI und Santiago veröffentlichen Studie zu Innovationshemmnissen in der Chemieindustrie. Mehr auf Seite 3, 20 ▶ Unternehmen Novartis bringt erstes Biosimilar in den USA auf den Markt. Biotechnologiefirma Actelion ist interessiert an Übernahme des US-Rivalen ZS Pharma. Evonik kauft Wasserstoffperoxidhersteller in den Niederlanden. BASF und Gazprom vollziehen den seit 2013 geplanten Asset-Tausch. Mehr auf Seite 2, 3, 5 ▶ Personen Die Gesellschaft Deutscher Chemiker hat einen neuen Vorstand für die vierjährige Amtsperiode ab Januar 2016 gewählt. Gleichzeitig wurde die Nachfolge des derzeitigen GDCh-Präsidenten Dr. Thomas Geelhaar bekanntgegeben: Ab dem 1. Januar 2016 wird Prof. Thisbe K. Lindhorst, Professorin an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, die Präsidentschaft für eine zweijährige Amtszeit antreten. Seit langem leidet die Biotechbranche in Deutschland unter schwierigen Finanzierungsbedingungen. Dennoch schafft sie es immer wieder, innovative Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Prof. Horst Domdey, Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Development in Martinsried bei München, erläutert im Gespräch mit Thorsten Schüller, wie das gelingt. Unternehmensentwicklung mit Zertifikat TÜV Süd Chemie Service wandelt sich vom Eigenüberwacher zum globalen Dienstleister Das Unternehmen TÜV Süd Chemie Service feiert sein zehnjähriges Bestehen. 2005 aus den Eigenüberwachungen von Bayer, Hoechst und Dow hervorgegangen, ist der Industriedienstleister in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Dr. Hans-Nicolaus Rindfleisch, Geschäftsführer von TÜV Süd Chemie Service, zieht eine Bilanz der ersten Dekade und erläutert, wie sich das Unternehmen auf künftige Herausforderungen in einem schwieriger werdenden Umfeld einstellt. CHEManager: Herr Dr. Rindfleisch, Ihr Unternehmen ist 2005 direkt mit einer Umstrukturierung gestartet. Wie würden Sie die damalige Situation beschreiben? Dr. H.-N. Rindfleisch: Es war eine große Herausforderung. TÜV Süd Chemie Service ist aus den Eigenüberwachungen von Bayer, Hoechst und Dow hervorgegangen, also sehr spezialisierten Fachbereichen dieser Unternehmen, die ihre Kosten teilweise über das Umlageverfahren verteilt haben. Die einzelnen Expertenteams zu einem funktionierenden und nachhaltig am Dienstleistungsmarkt bestehenden Unternehmen zu formen, hat von allen Beteiligten einen großen Kraftaufwand erfordert. Welches waren die wichtigsten Aufgaben, die Sie damals angehen mussten? Dr. H.-N. Rindfleisch: Es waren nicht nur reine Managementaufgaben, wie die Schaffung von Strukturen und Organisation oder die Etablierung von Funktionen und Prozessen wie Marketing und Sales oder Controlling. Vielmehr ging es um die Veränderung des gesamten Mindset der Mitarbeiter. Manchem unserer Mitarbeiter ist die Erkenntnis nicht leicht gefallen, dass es sich bei den Umsätzen nicht mehr um „fiktives Unternehmensgeld“ handelte, sondern um reale Euro, die am Markt bei den Kunden eingesammelt und verdient werden müssen, um Gehälter, Sozialabgaben und Steuern sowie Mieten und andere Ausgaben am Monatsende bezahlen zu können. Welche Rolle spielte der strategische Investor TÜV Süd? Dr. H.-N. Rindfleisch: Die Rolle unserer „neuen Mutter“ war ausgesprochen wichtig. Sie ist gerade im Bereich Mergers & Acquisitions sehr professionell aufgestellt und hat uns die erforderlichen Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um den Wandel zu unterstützen. TÜV Süd hat uns auch die notwendige Freiheit gewährt, um unser Geschäftsmodell entsprechend den Besonderheiten der chemischen Industrie zu entwickeln. Die Integration der einzelnen Eigenüberwachungen in TÜV Süd Chemie Service hat auch deshalb gut funktioniert, weil sowohl die Eigenüberwacher als auch TÜV Süd über viel Erfahrung im Markt für Testing, Inspection & Certification verfügen und schon immer im Sinne von Sicherheit und Verfügbarkeit eng zusammengearbeitet haben. Die nächste Herausforderung war sicherlich die Liberalisierung des Prüfmarkts in Deutschland im Jahr 2008. Wie ist Ihr Unternehmen damit zurechtgekommen? Dr. H.-N. Rindfleisch: Für uns war die Liberalisierung eine Chance, die wir genutzt haben. Die Praxis hat gezeigt, dass es durch die Liberalisierung am Prüfmarkt keinen Erdrutsch gab. Die Anzahl neuer Wettbewerber hat sich sehr in Grenzen gehalten, weil die Einstiegsbarrieren über die Akkreditierungsanforderungen recht hoch waren. Da in den letzten Jahren viele unserer jetzigen Kunden auf der Ingenieurebene deutlich Kapazitäten reduziert haben, ergab sich eine zusätzliche Gelegenheit, weitere Marktanteile zu gewinnen. Unsere spezifische technische Kompetenz entlang des Lebenszyklus von Prozessanlagen ist im Markt nicht ohne Weiteres zu finden. Das gilt auch für den Full-Service Ansatz. Kaum ein Betreiber möchte Teile der Leistungen an verschiedene Dienstleister vergeben, weil die hohe Sicherheit und Verfügbarkeit der Gesamtanlagen für ihn die entscheidenden Faktoren sind. ▶ Fortsetzung auf Seite 18 Dr. Hans-Nicolaus Rindfleisch, Geschäftsführer, TÜV Süd Chemie Service Der Großanlagenbau verlagert sich mehr und mehr in Wachstumsmärkte wie China, ASEAN oder Indien. Die klassischen Investoren haben sich aus der Finanzierung ziemlich zurückgezogen. nige CHEManager, die führende Branchenzeitung für das Management der Chemie- und Pharmaindustrie.


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