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nomenen der Mitführung und des

Gravitomagnetismus. Tatsächlich

lassen sich die oben besprochenen

Modelle mit rotierenden Hohl-

kugeln von asymptotisch flachen

Raumzeiten auf geeignete kosmo-

logische Modelle verallgemeinern.

Bemerkenswert ist, dass der

Zusammenhang zwischen den

lokalen Trägheitseffekten und

den fernen kosmischen Massen in

der ART nicht auf kausalemWeg

zustandekommt. Er wird statt-

dessen von den zeitunabhängigen

Nebenbedingungen der Einstein-

schen Feldgleichungen gesteuert,

wie man zunächst an speziellen

Modellen, später sehr allgemein

beweisen konnte. Solange man sich

auf Rotationsstörungen 1. Ord-

nung beschränkt, folgt das sogar

ohne alle Rechnungen aus einem

Symmetrie-Argument: Rotations-

störungen 1. Ordnung von kugel-

symmetrischen Systemen haben

grundsätzlich Dipolcharakter.

In der ART gibt es aber keine kau-

salen Dipolsignale oder -wellen.

Die experimentell überzeugendste

Bestätigung des Zusammenhangs

zwischen Trägheit und Kosmologie

ist die „Nicht-Rotation“ der lokalen

Inertialsysteme gegenüber dem

kosmischen Hintergrund, was bei-

spielsweise in den Lehrbüchern von

Misner, Thorne, Wheeler (1973)

als „miracle of miracles“ und von

Weinberg (1972) als „remarkable

coincidence“ bezeichnet wird.

Tatsächlich lokale Geräte wie Laser-

Kreisel erlauben es heute, dies mit

einer Genauigkeit von 10

–8

der

Winkelgeschwindigkeit der Erde zu

bestätigen. Bei einem mit GPS und

VLBI realisierten erdbasierten Re-

ferenzsystem und vermutlich bald

mit dem galaktischen Referenzsys-

tem auf Basis des GAIA-Satelliten

ist die Genauigkeit noch eine Grö-

ßenordnung höher.

Unabhängig vom Ursprung der

Trägheit zeigt die Diskussion des

Trägheitsgesetzes und der Bezugs-

systeme, in denen es überhaupt gilt,

dass das Phänomen der Trägheit

eng mit unseren Konzepten von

Raum und Zeit verbunden ist. So

führt ein direkter Weg von der

Newtonschen Annahme eines ab-

soluten Raums zur vollständigen

Überwindung dieser Vorstellung in

der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Dass diese den Begriff des Inertial-

systems ersetzt, hat Einstein als ihre

wesentliche Leistung bezeichnet.

3)

Literatur

[1]

G. Galilei

, Dialog über die beiden

hauptsächlichsten Weltsysteme, Wiss.

Buchgesellschaft, Darmstadt (1982);

bit.ly/1Qh0IFY

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, Die mathematischen Prin-

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, Die Naturwissenschaften

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J. B. Marion

, Classical Dynamics of

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J. B. Marion

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, 221101 (2011)

[15]

H. Pfister

und

M. King

, Inertia and Gra-

vitation, Springer, Heidelberg (2015)

Herbert Pfister

(1936

– 2015) war Professor

für theoretische Phy-

sik an der Eberhard-

Karls-Universität Tü-

bingen. Er studierte

Mathematik und

Physik an der LMU München und

promovierte nach seinem Staats-

examen in München bei Fritz Bopp

in Theoretischer Physik. In den Assis-

tenzjahren ab 1962 kam es zu ersten

Kontakten mit der Einsteinschen

Gravitationstheorie, der er sich ab

1977 intensiver zuwandte. 1979 wur-

de er in Tübingen Professor für Theo-

retische Physik und blieb es bis zu

seiner Emeritierung 2001.

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