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Physik Journal 15 (2016) Nr. 3
© 2016 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
A K T U E L L
Der erste Nachweis von Gravi
tationswellen ist kein Endpunkt,
sondern erst der Anfang einer
neuen Art der Astronomie. Wich
tige Voraussetzung dafür ist die
Mission LISA Pathfinder, wel
che die Technik für das geplante
GravitationswellenObservatorium
eLISA im All testen soll. Während
LIGO (Laser Interferometer Gravi
tationalWave Observatory) Gravi
tationswellen mit Wellenperioden
von Millisekundendauer nachwei
sen kann, soll eLISA (evolved Laser
Interferometer Space Antenna) in
den Sekundenbis Minutenbereich
vorstoßen. Hier kommen super
schwere Schwarze Löcher, wie man
sie im Zentrum von Galaxien fin
det, ins Blickfeld.
LISA Pathfinder startete am
3. Dezember 2013 ins All und
erreichte am 22. Januar sein Ziel,
den LagrangePunkt L1 in 1,5 Mil
lionen Kilometern Entfernung
von der Erde. Dafür genügte eine
einzige, statt der ursprünglich
zwei geplanten Zündungen des
Antriebsmoduls, das anschließend
abgetrennt wurde. Für die Stabili
sierung und weitere Lageregelung
des Satelliten kamen die Kaltgas
MikronewtonTriebwerke von
LISA Pathfinder zum Einsatz.
Zwischen dem 11. und 13. Januar
diesen Jahres wurden erste Kom
ponenten der wissenschaftlichen
Nutzlast erfolgreich getestet, die
maßgeblich das MaxPlanck
Institut für Gravitationsphysik ent
wickelt und gebaut hat: das Laser
system, das Datenmanagement und
einige der Trägheitssensoren. Am
15. Februar lösten sich die beiden
Testmassen des Experiments erfolg
reich aus ihrer Verankerung. Dabei
handelt es sich um zwei Würfel
aus einer speziellen GoldPlatin
Legierung, die sich in separaten,
etwa 40 Zentimeter voneinander
entfernten Vakuumtanks befinden.
Während des Missionsbetriebs sol
len diese nahezu frei von inneren
und äußeren Störkräften schweben
und so die präzise Vermessung
einer kräftefreien Bewegung im
Raum demonstrieren. Mit einem
ausgeklügelten Laserinterferometer
sollen die Positionen und die Aus
richtung der beiden Testmassen re
lativ zum Satelliten und zueinander
mit bisher unerreichter Genauigkeit
von etwa 10 Pikometern gemessen
werden. „Ich bin sehr froh und zu
frieden, dass die ersten Tests so gut
gelaufen sind. Dies sind die ersten
Schritte auf demWeg zu dem ein
zigartigen Weltraumlaboratorium“,
sagte Karsten Danzmann, Direktor
am MPI für Gravitationsphysik
und CoPrincipal Investigator der
wissenschaftlichen Nutzlast. Diese
soll nach letzten Checks ab 1. März
ihren regulären Betrieb aufnehmen.
Alexander Pawlak
n
Die Würfel sind gefallen
Die Mission LISA Pathfinder hat ihren Zielpunkt erreicht und wichtige Systeme erfolgreich getestet.
LISA Pathfinder hat sich mittlerweile von seiner Antriebseinheit getrennt.
7,5 Millionen zur Verfügung.
„Damit leistet Deutschland einen
wesentlichen Beitrag für diese
Mission“, unterstreicht die Vor
standsvorsitzende des DLR, Pascale
Ehrenfreund.
Das erste Laserterminal EDRSA
befindet sich als „Gast“ an Bord des
französischen Satelliten Eutelsat 9B.
Seine allgemeine Funktionsfähig
keit wird seit Ende Februar über
prüft. Nach Abschluss der Tests
wollen ESA, Airbus und DLR die
Verbindung zu den ersten Nutznie
ßern, den SentinelSatelliten des
CopernicusProgramms, aufbauen.
Die Kommunikationssatelliten
Sentinel1, 2A und 2B sammeln
Daten, die zur Beobachtung von
Umwelt, Verkehr und Wirtschaft
sowie der Sicherheitslage dienen.
Mit Sentinel3A startete der
vierte Satellit am 16. Februar vom
russischen Kosmodrom Plessezk
aus. An Bord befinden sich mehre
re Instrumente, um speziell Meere
und Ozeane zu beobachten. Daten
zur Atmosphäre ergänzen die Infor
mationen von Sentinel1, während
die Beobachtung von Landflächen
die Satelliten von Sentinel2 un
terstützt. Sobald sich der Satellit
Sentinel3A von der Trägerrakete
trennt, führen Spezialisten der
ESOC in Darmstadt die ersten Tests
zum Datentransfer aus.
Für das Laserterminal EDRSA
plant Airbus, die Dienste ab Som
mer kommerziell freizugeben. Das
zweite Terminal soll 2017 starten,
sodass ab 2018 auch die Internati
onale Raumstation über EDRS mit
der Erde kommunizieren kann.
Um eine komplette weltweite Ab
deckung zu ermöglichen, soll ab
2020 ein drittes Terminal über der
asiatischpazifischen Region die
Erweiterung zu „GlobeNet“ starten
und die Datenmenge pro Tag auf
mehr als 50 Terabyte steigern.
Kerstin Sonnabend
ESA




