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Physik Journal 15 (2016) Nr. 3
© 2016 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
A K T U E L L
U S A
Forschung im Vergleich
Alle zwei Jahre veröffentlicht die
National Science Foundation die
„Science and Engineering Indica
tors“, die viele statistische Informa
tionen über wissenschaftliche und
technologische Entwicklungen in
den USA und anderen Ländern
enthalten.
1)
Noch liegen die USA
in der Forschung unangefochten
in Führung. Doch der Konkurrent
China kommt mit Riesenschritten
näher, was die Ausgaben für For
schung und Entwicklung (F&E)
anbelangt. Wenn der gegenwärtige
Trend anhält, wird China die USA
2022 überholen. Während in den
USA der Anteil der F&EAusgaben
am Bruttosozialprodukt von 2011
zu 2013 bei 2,73 Prozent auf hohem
Niveau stagnierte, hat China ihn
deutlich auf 2,08 Prozent gestei
gert – zusätzlich zu einer ohnehin
starken Zunahme seiner Wirt
schaftsleistung. Auch die anderen
asiatischen Industrienationen ha
ben kräftig zugelegt, sodass sich die
weltweiten F&EAusgaben immer
mehr nach Asien verschieben. Die
starke Beschränkung der Staats
ausgaben lässt den USA wenig
Spielraum, auf diese Entwicklung
zu reagieren.
Im Rahmen der „Indicators“
wurde zudem die Forschungs
literatur ausgewertet. Weltweit wur
den 2013 etwa 2,2 Millionen wis
senschaftliche Veröffentlichungen
gezählt, von denen 18,8 Prozent
aus den USA kamen, 18,2 Prozent
aus China und 27,5 Prozent aus
den EUStaaten. In der Physik gab
es 2013 rund 203 000 Veröffent
lichungen – daran hatten die USA
einen Anteil von 21,0 Prozent,
China 21,6 Prozent und die EU
Staaten 44,1 Prozent. Ein Blick auf
die Autorenlisten aller Artikel zeigt,
dass die Zahl der internationalen
Kooperationen zunimmt, wobei
Wissenschaftler aus kleineren
Ländern häufiger mit Kollegen
aus größeren kooperierten. Der
Anteil der wissenschaftlichen Ver
öffentlichungen mit internationaler
Autorenliste betrug 2013 weltweit
19 Prozent – 2000 waren es noch
13 Prozent. Veröffentlichungen
aus China waren zu rund 16 Pro
zent international, aus den USA
zu 33 Prozent, während die Quote
für Deutschland, Frankreich und
Großbritannien mit etwa 50 Pro
zent deutlich größer war. Unter
den Fachdisziplinen lag die Astro
nomie vorn, bei der die Veröffent
lichungen zu 53 Prozent eine inter
nationale Autorenschaft hatten. Bei
der Physik waren es ca. 24 Prozent.
Was machen Physik-Doktoren?
Eine Studie des American Institute
of Physics untersucht, was die Phy
sikDoktoren von 2013 und 2014 ein
Jahr nach ihrer Promotion beruf
lich machten.
2)
Eine ähnliche Studie
gab es kürzlich auch zu den Master
Absolventen.
3)
In den beiden Jahren
gab es insgesamt 3546 PhDAbsol
venten in der Physik (Ausländeran
teil 48 Prozent), von denen 48 Pro
zent an der Befragung teilnahmen.
Nach ihrer Promotion hatten acht
Prozent der USAmerikaner und
23 Prozent der Ausländer die USA
verlassen, meist um eine Postdok
torandenstelle anzutreten. Von den
in den USA gebliebenen Doktoren
hatten 40 Prozent der USBürger
eine voraussichtlich dauerhafte
Stelle gefunden, aber nur 35 Pro
zent der Ausländer. Als Postdokto
1)
www.nsf.gov/stati
stics/2016/nsb20161
2)
www.aip.org/stati
stics/reports/physics
doctoratesoneyearaf
terdegree
3)
Physik Journal, Fe
bruar 2016, S. 15
Kennzahlen zu F&E-Ausgaben 2013
Land/Region Ausgaben in Mrd. $
(Änderung zu 2011)
globaler
Anteil in %
Anteil am
BSP in %
Asien-5*
632 (+35,9 %)
37,8
–
EU
342 (+6,9 %)
20,5
1,91
USA
457 (+6,5 %)
27,3
2,73
China
336 (+61,6 %)
20,1
2,08
Japan
160 (+9,4 %)
9,6
3,47
Deutschland
101 (+8,6 %)
6,0
2,85
Südkorea
69 (+15,0 %)
4,1
4,15
Frankreich
55 (+5,8 %)
3,3
2,23
Großbritannien
40 (+0,6 %)
2,4
1,63
Eine forsaUmfrage im Auftrag
des Clusters Erneuerbare Energien
Hamburg (EEHH) ergab, dass die
Energiewende in den nördlichen
Bundesländern Bremen, Hamburg,
Niedersachsen und Schleswig
Holstein mehr Fürsprecher besitzt
(80 Prozent) als in den südlichen
Bundesländern BadenWürttem
berg und Bayern (72 Prozent) und
in der Mitte Deutschlands (73
Prozent). Eine mögliche Ursache
sieht Jan Rispens, Geschäftsführer
des EEHH, in der langjährigen Er
fahrung der Menschen im Norden
mit Infrastrukturprojekten wie
Windparks. Der Süden sei dagegen
sensibler für die Kostendiskussion
und skeptischer gegenüber dem
Flächenbedarf, z. B. für den Bau
von Stromtrassen.
#)
Bundesweit betrachtet sind die
Befragten im Alter von 18 bis 29
Jahren gegenüber dem Bau von
Windenergieanlagen oder Strom
trassen in Wohnortnähe am auf
geschlossensten. Die Gruppe der
45bis 59Jährigen ist am ehesten
bereit, Strom aus Windenergie
anlagen zu nutzen. Für Rispens
zeigt die Umfrage vor allem, dass es
wichtig ist, die Menschen in Bezug
auf erneuerbare Energien aufzuklä
ren, um eine breite Akzeptanz der
Maßnahmen zu schaffen.
EEHH / Kerstin Sonnabend
n
Energiewende im Norden angekommen
Eine forsa-Umfrage belegt ein Nord-Süd-Gefälle bei der Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung.
Jörg Böthling/EEHH GmbH
#)
Der Cluster EEHH
setzt sich in der Metro
polregion Hamburg für
Erneuerbare Energien
ein:
www.eehh.de*
Asien5: China, Indien, Japan, Südkorea und Taiwan




