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F O R UM

© 2016 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim

Physik Journal 15 (2016) Nr. 3

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tig ist ihm klar, dass es schwierig ist,

über die lange Zeitspanne mehrerer

Jahrzehnte verlässlich zu planen.

„Die Kontinuität eines Projekts zu

garantieren, an dem mehrere Ge­

nerationen unter immer neuen Vo­

raussetzungen mitwirken, ist eine

große Herausforderung“, erklärt er.

Seinen Zeitplan und eine Kos­

tenabschätzung hat Bigot dem

ITERRat Mitte November vorge­

stellt, der diese ausführlich disku­

tierte. In der mit Spannung erwar­

teten Pressemitteilung bewilligte

das Gremium Bigots Vorschläge

zunächst für 2016 und 2017. Darü­

ber hinaus soll ein unabhängiges

Gutachten bis Juni dieses Jahres

prüfen, ob und wo es noch Poten­

zial für Optimierungen gibt.

7)

Für

Sibylle Günter ist das ein guter

Kompromiss: „Natürlich hätten wir

Forscher uns gewünscht, dass Bi­

gots Pläne komplett akzeptiert und

veröffentlicht werden. Stattdessen

kann er für zwei Jahre weiterarbei­

ten, und die Partnerländer haben

Zeit, sich zu einigen. Die schlimms­

ten Befürchtungen – das Projekt für

die Beratungszeit zu stoppen oder

gar ganz einzustellen – sind nicht

eingetreten.“ Sie sieht das Wirken

des Franzosen positiv und hätte

ähnliche Forderungen gestellt, um

ITER neuen Schwung zu geben.

Erfolgsgeschichte Fusion?

Sibylle Günter hofft, dass die

Neuerungen dafür sorgen, dass

die Errungenschaften der Fusi­

onsforschung anerkannt werden.

Als Beispiel nennt sie den Law­

sonParameter: Das Produkt aus

Teilchendichte, Temperatur und

Einschlusszeit der Energie muss

größer als ein gewisser Schwellen­

wert sein, damit ein Fusionsplasma

zündet und Energie liefert. „Heute

fehlt uns noch ein Faktor zehn –

seit Beginn der Fusionsforschung

haben wir aber schon einen Faktor

100 000 erreicht“, sagt sie stolz. Die

spöttische Bemerkung, die einzige

Konstante der Fusionsforschung

sei die Zahl 50, weil es unabhängig

vom Zeitpunkt der Fragestellung

noch 50 Jahre dauere, bis ein Kraft­

werk möglich sei, findet sie unange­

bracht. Die Fusionsforschung sieht

sie jetzt vor einem entscheidenden

Schritt: „Wir verstehen, was im

Plasma passiert. Jetzt müssen wir

zeigen, dass Fusion mehr Energie

bereitstellt, als das Heizen des Plas­

mas benötigt. Dafür brauchen wir

ITER!“

Doch was ist ein realistischer

Zeitplan auf demWeg zum Fusions­

kraftwerk? Nach dem jetzigen Stand

der Arbeiten könnte die Anlage in

Südfrankreich bis 2025 in Betrieb

gehen (

Abb. 5

). Dass ein Fusions­

kraftwerk wie DEMO Elektrizität

ins Netz einspeist, ist nicht vor 2050

zu erwarten. „Diese Planung ist sehr

spekulativ, weil wir nicht wissen,

welche technischen oder politischen

Schwierigkeiten uns noch erwarten“,

will sich Sibylle Günter nicht festle­

gen lassen. Bernard Bigot, Jahrgang

1950, schätzt die Lage ähnlich ein:

„Ich persönlich werde wohl nicht

mehr erleben, wie ein Fusionskraft­

werk ans Netz geht.“

7)

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